#44 Bauen mit Stroh X Markus Wolf, Zimmerei Grünspecht

Shownotes

Klimaschonendes Bauen mit einjährig nachwachsenden Rohstoffen ist keine Vision mehr, sondern gelebte Praxis und eine echte Chance für das (Zimmerer-) Handwerk.

Aber was ist denn jetzt der Unterschied zwischen Heu und Stroh? Passend Strohballen in unser gewohntes 62,5-er Raster. Und wie steht es um den Mehrgeschossigen Holzbau mit brennbaren Dämmstoffen?

Wie gelingt Bauen mit Stroh? Welche Wandaufbauten und passenden Baustoffe gibt es? Außerdem: eine Zimmerei als Genossenschaft führen, geht das?

Darüber sprechen wir mit Markus Wolf, Zimmermeister und Vorstand der Zimmerei Grünspecht aus Freiburg > www.zimmerei-gruenspecht.de

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Transkript anzeigen

00:00:00: Das ist so rein intrinsisch motiviert.

00:00:02: Alle finden das wirklich ehrlich gut und zusammen arbeiten wir daran, dass der Strohbau sich verbreitet und dass er weiter kommt.

00:00:23: Heute zu Gast Markus Wolf Zimmermeister Vorstand der Zimmerei Grün-Specht und Strohbaupionier.

00:00:29: Schön, dass du da bist

00:00:31: Hallo!

00:00:31: Grüß dich.

00:00:32: Danke für die Einladung

00:00:34: Markus, erzähl mal Wo kommst Du her?

00:00:36: Wie bist Du vor allem ins Zimmerhandwerk gekommen Und was machst Du so im Zimmerhandwerk?

00:00:42: Heute komme ich aus Freiburg, da lebe ich seit deiner Zeit schon mit meiner Frau und habe die auch kennengelernt.

00:00:49: Ich bin als frisch ausgelernter Zimmerer Junggeselle aus Thüringen kommen hingegangen um eigentlich weiter in die Schweiz zu wechseln aber dabei ist es dann auch geblieben beim Wilden.

00:01:01: Ich war bei Grünspecht reingelaufen im April und sie hatten damals viel zu tun.

00:01:08: Rheinhäuser im Wobord, großer Neubau-Stadteil wurde da gebaut und dann habe ich da einen Job gefunden.

00:01:15: Ich habe mich wohl gefühlt.

00:01:17: es ist eine Genossenschaft.

00:01:18: also das ist auch ein bisschen anderer Betrieb als der klassische Einzelunternehmer oder die klassische Geschäftsführer GmbH Und das passt mir gut schon immer.

00:01:29: Ich kann da sehr viel mitgestalten und konnte in anderen Bereichen Karriere machen.

00:01:35: Im Handwerk heißt es selten so Aber letztendlich habe ich nach zwei Jahren dann die Meisterschule gemacht und hab fast alle Bereiche in der Firma auch mal betreut, also Häuser produziert.

00:01:48: Ich hab Altbauten saniert und eben produktiv und als Meister auch in der Bauleitung acht Jahre Neubau gemacht für schlüsselfertige Häuser mit allen Gewerken, die zu koordinieren.

00:02:02: Dann habe ich mit meiner Frau ein kleines Rhein mittelhäuschen gekauft, Baujahr fünftig und hab das dann fünfzehn Monate lang.

00:02:10: Wie das fast jeder Zimmer wahrscheinlich macht selber saniert und nur die nötigsten Menschen dazu geholt.

00:02:16: für die Gewerke wo ich gar nicht klarkam Und somit hatte war ich dann fit für die Modernisierung.

00:02:23: Das nennen wir so in Freiburg wenn wir alte Häuser für Kundschaft schlüsselfertig sanieren.

00:02:28: Also wir haben in Freiburg ein Partnernetzwerk mit Firmen und sind da tätig sowohl im schlüsselfärtigen Neubau als auch im schlüsselfärtigen Sanieren, das heißt bei uns diese Kategorie heißt Modernisierung.

00:02:40: Das heißt ist es vielleicht auch so der Hintergrund wenn du sagst du kommst aus Thüringen und du hast aber am Ende des Häusle auch Zimmermann hin oder her also alles möglichst viel selber machen?

00:02:49: Ist das so eine so einen Macherding wo du da vielleicht auch mitgebracht hast?

00:02:52: Ja Ja, das ist mein Selbstverständnis.

00:02:55: Also die ehemalige DDR habe ich ja auf fünfzehn Jahre noch mitgekriegt und das war eher eine Mangelwirtschaft als jetzt so ein Überfluss Wirtschaft wie wir es jetzt haben Und meinen Großvater hat mit dreizehnten halb Zimmermann gelernt also sehr jung Und dann direkt vor dem Zweiten Weltkrieg noch das Bauingenieur-Studium angefangen, nach seinem produktiven Einstieg.

00:03:17: Das wurde dann vom Krieg unterbrochen und danach hat er es fertig studiert und war dann sein Leben lang eigentlich so ein Baumeister, Bauingenieur, Architekt.

00:03:25: Das war alles eins in der DDR.

00:03:26: also der hatte auch Häuser geplant und konnte die auch berechnen und hat dann jahrzehntelang in Erfurt, in der medizinischen Akademie hieß das, das ist ein Uniklinikum an der Krankenhäuser und Menzen und sowas gebaut.

00:03:40: Und auch unser Ereignishaus hat er in den fünftiger Jahren selbst gebaut, konnte viel.

00:03:49: Mein Vater ist gelernter Elektriker, hat dann auch noch einer Fachschule den Elektroingenieur gemacht.

00:03:56: Wir haben jeden Winter ein Auto renoviert oder einen Traktor gebaut oder Mischmaschinen.

00:04:00: Also es gab immer irgendein Bedarf Wenn man gut vernetzt war und viele Leute kannte die einem wiederum was anderes liefern konnten.

00:04:08: Eine Hand wäscht die andere, Vitamin B. Also so bin ich groß geworden und eben in der Werkstatt eigentlich als Kind schon.

00:04:15: Du bist am Ende in Freiburg gelandet und Freiburg ist jetzt auch bekannt eher für das Thema Ökologie Nachhaltigkeit Fahrradstadt oder Fahrradfahren Und das hat da alles einfach einen größeren Stellenwert schon immer gehabt.

00:04:27: also schon wirklich lang.

00:04:29: und Ist es dann auch der Grund warum du dich mit dem Thema Baum mit Stroh beschäftigt hast?

00:04:33: Wie kam das denn dazu?

00:04:35: ja Die Nachfrage nach dieser Bauweise kam von einer Gruppe.

00:04:40: Das sind jetzt heute acht Familien, die zusammen auf einem Gelände leben und das war mein allererster besuchbarter Dach-und-Holz-Messe in Köln im Jahr zwei Tausend Achtzehn.

00:04:49: Ich bin eigentlich nicht so ein Messengänger und da wurde dann am Cutwork stand.

00:04:55: Den kenn ich, den wir planen mit Cutwork bei uns in der Zimmerei.

00:04:58: und da kannte ich jemandem und er hat gesagt Mensch, ich bin halt im Zug hierher gefahren und da saß Anna mit mir im Abteil aus Freiburg Und der, wir sind in das Gespräch gekommen und er hat mitgekriegt dass ich im Holzbau gut vernetzt bin.

00:05:09: Er hat gefragt wer würde denn den Freiburg Strohbeilenhäuser bauen?

00:05:13: Das hat er mir erzählt als er da Grünspecht empfohlen hat.

00:05:16: weil er gesagt hat ich kenn zwar niemanden der das in der Region macht aber wenn es Leute gibt die verrückt genug dafür sind dann die Grünspechte ruft doch da mal an!

00:05:24: Und das hat mich wiederum angesprochen weil wir, als ich achtundneinzig bei Grunspecht anfing mit dreiundzwanzig war gerade ein anderer Junggeselle auch da aus dem Köln Bonner Raum, der Tim.

00:05:38: Der ist jetzt schon viele Jahre bei der Zimmerei Treibholz das ist im Siegtal und die bauen schon seit weit über zwanzig Jahren immer mal ein Strohbeinhaus und weil ich mit ihm befreundet bin.

00:05:48: bis heute wusste ich dass er das immer mal wieder machte also dass das Thema da war.

00:05:53: da war auch mal die Sendung mit der Maus und Galileo und die hatten da schon verschiedene Öffentlichkeitstermine.

00:06:01: letztendlich haben die aber immer nur das Holzgerippe gebaut und einer aus dieser Firma, ein Architekt der das immer initiiert hat, hat dann mit den Bauherren vor Ort das Stroh ins Haus eingebaut.

00:06:11: Also das heißt es ist am Ende auch ein Strohballenhaus, aber eben eines wo das Strohh vor Ort reinkommt.

00:06:17: Und daher hatte ich aber eine gewisse Sympathie für das Thema und ich habe auch in den Mitte der neunziger Jahre während meiner Lehre parallel einen Lehnbau Kurs schon mal in Thüringen gemacht.

00:06:26: Das Thema Lehnbau beschäftigt mich oder fasziniert mich auch schon mein ganzes Berufsleben.

00:06:32: Finde ich einen tollen Baustoff und die Kombination zwischen Holz- und Leben finde ich ideal.

00:06:40: Deswegen fand ich das generell interessant, wenn da jemand kommt und will was haben, mich auf das Thema einzunorten.

00:06:49: Und das habe ich dann auch gemacht.

00:06:51: Es kam zu dem Kontakt... Durch diesen Menschen am Cut-Werkstand kam irgendwie eine Telefonnummer.

00:06:58: Ich habe mich dann selber bei denen gemeldet und es hat geklappt, die haben das Grundstück gekauft.

00:07:01: Das sind acht Hektar.

00:07:02: Das ist echt unglaublich schön!

00:07:05: Das eigentlich das schönste Grundstuck was ich glaube ich je bebaut hab so wo ich mit dabei sein durfte also Bergwiesen Bachlauf und Ende vom Tal.

00:07:12: und da kommen acht hektar Landschaftsschutzgebiet und drei tausend Quadratmeter, wo jetzt sieben Häuser stehen.

00:07:18: Sieben Strohballenhäuser, ein zwei Familienhaus und sechs Einfamilienhäuse, sechs junge Familien und zwei ältere Paare.

00:07:26: Und ja das war unser Einstieg ist natürlich auch kein kleines Projekt.

00:07:31: um was komplett Neues anzufangen.

00:07:33: es waren über zwei Millionen Auftragswert und wir haben dort nur den strohgedämmten Rohbau, Lehmputz- und Dacheindeckungen Fenster Und Dachentdeckung haben die dann sogar noch einen Großteil selbst gemacht.

00:07:45: Also das war, lief dann in die Corona-Phase.

00:07:48: der waren alle zu Hause Die Bauleute und könnten auch noch sehr viel Eigenleistungen

00:07:52: machen.

00:07:54: Jetzt müssen wir vielleicht mal sortieren und einordnen.

00:07:57: Erstmal für viele vielleicht.

00:07:58: doch was ist der Unterschied zwischen Heu und Stroh?

00:08:02: Ja heu ist getrocknetes Gras.

00:08:05: Das sind also Halme.

00:08:06: die sind nicht unbedingt hohl.

00:08:08: Für mich als Nichtbauer habe ich jetzt auch nicht so viel Hintergrund.

00:08:13: Aber Stroh ist quasi ein Getreide-Halm, wo oben Körner dran wachsen und es gibt eben von Weizen, Gerste, Rocken.

00:08:23: die Halme sind hole Röhren.

00:08:24: bei Hafer ist das schon wieder nicht so.

00:08:26: also Hafer eignet sich nicht.

00:08:27: man will als Dämmstoff für das Bauen eine hohle Röhre haben, weil die Luft einschließt.

00:08:32: Wir wissen ja dass Dämmstoffe eigentlich immer nur irgendwelche porigen oder fasrigen Stoffe sind.

00:08:39: Letztendlich kommt es auf die Lufteinschlüsse an, die möglichst gut voneinander getrennt sein sollen damit's die Wärme oder die Kälte schwer hat durch den Baustoff durchzukommen, weil sie muss von einem Hohlraum zum nächsten und deswegen liegen die Halme im Idealfall oder wichtig auch quer zur Wärmerichtung.

00:08:56: also ich kann die halbe Senkrecht stehen liegen einbauen, aber sie dürfen nicht von ihnen nach außen gehen.

00:09:03: Sonst ist der Dämmwert des Strohs halb so gut.

00:09:07: Wie das technisch funktioniert kommen wir sicher auch noch drauf?

00:09:10: Aber was ist jetzt per se das Spannende dann am Baustoffstroh?

00:09:15: Also warum setzt ihr das ein?

00:09:17: Warum setzt man es ja schon relativ lange ein?

00:09:19: Das ist keine neue Erfindung.

00:09:21: Stimmt also einmal ist diese Kombination aus Holz, Stroh und Lehm ja schon Jahrtausende alt.

00:09:27: Das sind Stoffe, die kommen oft vor und selbst wenn das Holz mal in Regionen, also man findet ja eigentlich in den historischen Bauten immer die Baustoffe die vor Ort waren werden verwendet um zu bauen.

00:09:38: Und bis vor hundert Jahren hat ja kein Mensch ein Baustift dreieinhalb Kilometer weit transportiert nur weil er den irgendwie cool fand.

00:09:45: Und es gibt auch Bauweisen ohne Holz, also zum Beispiel Wellerlehm.

00:09:49: Da wird Stroh in eine Lehmmulde geschmissen und miteinander vermaukt und dann aufgegabelt.

00:09:55: Dann brauchst du gar kein Holz, weil kein Holz dort wächst.

00:09:58: Mitteldeutschland gibt's da viele Bauten.

00:10:02: Das Faszinierende ist eben einerseits dass diese Materialien sich so gut vertragen.

00:10:06: Also das Holz kann statisch sehr viel.

00:10:10: Der Lehm hält die Feuchtigkeit vom Holz fern und das Stroh armiert den Lehm wiederum als Faser, also ähnlich wie im Beton der Stahl.

00:10:17: Er macht den Rissarmen stabiler.

00:10:22: Das ist schon mal faszinierend dass diese Materialien so gut harmonieren.

00:10:27: was mich am Strohh Ballen per se begeistert ist, dass es ein Wandbildender Dämmstoff ist.

00:10:33: Also mir ist kein anderer Dämsstoff bekannt den ich quasi zum Wandbauen benutzen kann und dann direkt verputzen.

00:10:41: Also sämtliche Dämmstoffe, die wir im Zimmereibereich so kennen brauchen entweder ein Kasten also eine Außen-Innen-Platte und man blässt irgendwas rein oder man hat einen Mattendämmstoff und schneidet ihn rein.

00:10:53: mindestens meine Folie braucht man noch als Abdichtung und da hast du immer noch keine fertige Fassade oder keinen fertigen Raumabschluss.

00:11:00: Wenn Du jetzt sagst es kommt also Stroh Das Abfallprodukt von der Getreide-Produktion, oder?

00:11:06: Und das heißt es ist ja auch ein gewisses Kreislaufthema.

00:11:09: Also was würde sonst mit dem Stroh auf der Weide passieren oder

00:11:13: auf

00:11:13: dem Feld passieren?

00:11:15: Ja also das Stroh ist kein Abfall Produkt.

00:11:17: Das versuche ich zu vermeiden den Begriff.

00:11:19: Das Stroh is neben Produkt von der getreide Produktion und natürlich hat das auch einen Dünger Aspekt, also wenn ich das Stroh direkt häckle und wieder unterackere bleibt viel Nährstoff auf dem Feld.

00:11:34: Trotzdem kann man zwanzig dreißig Prozent von diesem Stroh gut entbeeren.

00:11:39: Das ist auch unterschiedlich je nach Ernte- und Jahres-, also Klima

00:11:43: usw.,

00:11:44: ob es viel oder wenig Stroh gibt.

00:11:45: Das wird jetzt dieses Jahr wahrscheinlich ein bisschen brenzlig.

00:11:48: Also dass das Strohh knapper ist als die Jahre zuvor.

00:11:51: aber Dieses Nebenprodukt kann der Bauer entbeeren bis zu einem gewissen Grad.

00:11:56: Man kann das dann mit Dünger oder anderen Sachen teilweise auch kompensieren, es ist auf jeden Fall ein hochwertiges Nebenproduk.

00:12:03: Also das ist gar nicht so billig und ich glaube Getreide ist gar viel günstiger, viel teurer.

00:12:08: also das heißt die Tonne getreide is ähnlich vom Preis.

00:12:13: Das ist also nichts was man jetzt geschenkt kriegt.

00:12:15: deswegen ist das Bauern mit Stroh jetzt auch nicht per se total günstig.

00:12:19: Aber es ist eben unbehandelt.

00:12:20: Es braucht kaum Energie um das als Dämmstoff zu veredeln.

00:12:27: Das wird nicht behandelt, es wird nicht irgendwie wärmer erhitzt und im Prinzip nur gepresst und gebunden.

00:12:33: Bei der Ökobilanz des Strohballen sind diese Schnüre des Impacts, wenn du so willst.

00:12:40: Das ist also wirklich grandios!

00:12:42: Da gibt es Grafiken auch wie viel CO² ich mit einem Strohballenhaus einlagern kann.

00:12:46: Also letztendlich das Stroh beim Wachsen der Pflanze bindet das CO² aus der Atmosphäre und wenn ich das ernte und nicht vermodern lasse, nicht verbrenne sondern eben als Rohstoff in die Wand einbauen und das Haus da mal hundert Jahre steht dann ist dieses CO² Aus der Atmosphäre auch draußen.

00:13:05: Wenn du sagst dass es jetzt nicht behandelt Gibt es vielleicht auch auf der anderen Seite, aber auch vielleicht ein Vorurteile wo Leute da jetzt sagen.

00:13:12: Also mir fällt jetzt vielleicht ein Okay also auch Leben das verputzt sich.

00:13:15: wie ist das mit dem Thema Feuchtigkeit Feuer also Stroh?

00:13:18: für mich wenn's jetzt so heißes Thema Brandschutz und natürlich auch das ist sicherlich auch wohl Zellulose oftmals zu kämpfen hatte das Thema Viecher also Tiere Kleintiere Wie verhält sich das?

00:13:30: Wenn das fachgerecht verbaut ist sprich Du kriegst den Strohballen vom Futtermittel zum Baustoff sowieso nur zertifiziert oder ausgewiesen.

00:13:41: Wenn das ein sehr trockenes Stroh ist, wenn es goldgelb ist und von der Dichte her sehr festgepresst ist ... Der Ball muss sehr formstabil sein also viereckig und glatt.

00:13:51: dann wird er von der Baustruh GmbH als Baustroh ausgewiesene.

00:13:57: Also es gibt noch mal einen Zwischenschrittenprozess wo dies kontrolliert wird ob sich das Stroh zum bauen auch eignet.

00:14:03: Das ist nicht selbstverständlich, das hat auch etwas mit der Presstechnik zu tun und so weiter.

00:14:07: Und wenn das Stroh so hoch verpresst ist wie wir es verwenden dann ist es für eine Maus zum Beispiel schon mal sehr schwierig da läuft keine Maus durch.

00:14:17: das ist ein sehr kompakter dichter Baustoff.

00:14:21: Wenn das fachgerecht verputzt ist und wir die Sockel außen die Sockelbereiche und innen auch die Anschlüsse usw.

00:14:27: alles fach gerecht machen dann haben wir ja sowohl draußen als drinnen mindestens drei Zentimeter Putz drauf.

00:14:33: Also das Stroh ist absolut gut versiegelt und abgeschlossen.

00:14:37: zum Raum.

00:14:38: Und darauf muss man eben achten, dass ein Sockel eben auch für Nager- und solche Tiere funktioniert also die weghält.

00:14:46: Das ist aber im Übrigen bei allen anderen Holzhäusern oder Häusern auch so.

00:14:49: Also auch eine Styroporfassade muss ich so schützen, dass keine Viecher da drin irgendwelche Nester bauen.

00:14:54: Genau,

00:14:55: also Freuchtigkeitsthemen gelten ja für alle.

00:14:57: gerade Sockelanschluss heiklistet generell Zumindest im Holzbau.

00:15:01: Und jetzt vielleicht zur Feuchte, das wird meine mit jedem Jahr Klimawandel und Problematik wird einem das sehr auch klarer.

00:15:09: man befasst sich immer weiter damit.

00:15:11: es kann diesen Baustoffen leben und Stroh können ihre also Leben ist wasserlöslich Im Gegensatz zu Zement.

00:15:18: Das ist in manchen Stellen vielleicht ein Nachteil aber ich würde mal sagen zu neunzig Prozent ist das ja ein Vorteil.

00:15:24: dass ich den Leben am Ende der Nutzungsdauer des Gebäudes mit einfach nur vernass machen kriege ich denen wieder runter und kann den wieder verwenden.

00:15:32: Ich habe da keine... ich muss den nicht mit einem Bagger rausspitzen, ich muss ihn nicht schrettern und kann dem nur noch als Recycling irgendwo unter einen Straßenbett machen sondern der verliert über hundert Jahre wenn er da steht kein Prozent seiner Nutzungsdauer und ist einfach wiederverwendbar und zwar so oft wie du willst also endlos!

00:15:51: Und beim Stroh klar wenn jetzt das Dach unticht ist oder wenn ich irgendwie ein Wassereintrag hab und merke das nicht dann wird irgendwann den Pilz aus der Wand wachsen, weil das Stroh anfängt zu motern und weil es für Pilze und andere Organismen ein Nährboden ist.

00:16:06: Das klingt erst mal nach einem großen Nachteil, denn das will natürlich keiner im Wohnzimmer haben.

00:16:11: aber eigentlich ist das ja genau das was wir brauchen.

00:16:15: Wir brauchen Häuser die ich am Ende der Nutzungsdauer aufs Feld werfen kann und die sich ohne irgendeinen Kraftaufwand wenigstens zersetzen oder sogar wiederverwendbar sind.

00:16:26: Das Thema wird auch an den Universitäten gerade so richtig aktuell.

00:16:31: Also ich merke, dass Stuttgart-Karlsruhe verschiedenste Universitäten sich mit dem Thema Strohbau und Wiederverwendung und Altholzwiederverwendungen und Lehmbau also das klickt grad einen richtigen Aufwind weil man merkt wo unsere Probleme liegen.

00:16:47: Wir haben schon gesagt Stroh könnte auch ohne Holzständerkonstruktion funktionieren.

00:16:51: was gibt es denn jetzt ganz klassisch im Strohbau für Bauweisen?

00:16:54: Also es gibt die, was ich gerade vorhin schon gesagt habe.

00:16:56: Die Wellerbauweise ist eher ein bisschen... ...die wird jetzt aktuell meines Landes nicht so gut wie gar nicht praktiziert.

00:17:01: Das ist eher etwas Historisches.

00:17:03: Dann ist am Anfang der Strohbauist, sagen wir mal soweit man das rekonstruieren kann, die ersten Häuser stehen Anfang des letzten Jahrhunderts in Nebraska.

00:17:14: Das is im Grunde mit der Erfindung der strohballen Presse losgegangen, dass in Gebieten nepraska ist wohl auch eine sehr Waldarme Gegend oder Holzarme gegend.

00:17:24: da hat man einfach Strohballen wie Mauersteine aufeinander gelegt.

00:17:27: Hat die Außen-Innen verputzt und da gibt es Häuser die stehen heute noch.

00:17:31: Und da gibt's die Geschichte das der Architekt Dirk Schamer Strohballenbau Fachmann seit Ende der Neunziger In Lüneburg mal in nepraskar war weil es dort irgendeine Veranstaltung gab und da hatte der Bauer bei einem hundert Jahre alten Haus gerade Das Küchenfenster Bodentief gemacht.

00:17:50: Also das heißt, die hatten ein normales Fenster in der Küche und eine Frau wollte gerne eine Terrassentür.

00:17:54: Dann hat er gesagt okay ich mache unten die machen Schnitt und haut es raus.

00:17:58: Und dann kam der Dirk Schamer zufällig am Tag danach und wollte diese ersten Häuser besichtigen.

00:18:03: Und da hatte er gesagt ja wir können auf die Weide fahren.

00:18:05: Ich habe nämlich den Kühnen auf die weide geschmissen und dann lagen da quasi die Fensterbrüstung goldgelb wie vor hundert Jahren Und die Kühe haben dran rumgefressen, also das finde ich beeindruckend.

00:18:18: Es gibt auch so ein Lämbau in der Anführungsstrichen Papst Christoph Zieger, der macht ja hier auch in eurer Fachkraft-Lämbauteile des Seminars und er erzählt immer dass es fünftausend Jahre alte Lämenbauten gibt im Mesopotamien.

00:18:32: und wenn du da ein paar Zentimeter Lämer runter kratzt kommt goldgelbes Stroh unten raus.

00:18:36: Also das sind so Sachen klar da regnet's quasi so gut wie nie und es gibt andere klimatische Bedingungen.

00:18:43: aber Die Haltbarkeit der Materialien sind kein Problem und auch der Brandschutz ist, mit einem Zentimeter Lehm hast du schon einen Brandschuss von F-Treißig mit dieser Wand.

00:18:53: Also das ist so als wenn du versuchst ein Telefonbuch anzuzünden Wenn du die Seiten nicht rausreißt und sagt Nuders dann klickst du das nicht zum Brennen.

00:19:00: und so ist es mit dem Strohballen

00:19:01: auch.

00:19:02: Das nennt sich dann wahrscheinlich Lastabtragend, also wenn es sich selber trägt und demgegenüber das was der Zimmermann oder auch ihr im Regelfall macht.

00:19:11: Wer praktisch den Stroh als Dämmstoff nimmt.

00:19:16: Die Geschichte ist in diesen Broschüren wie ich hier verwende in der Ausbildung... Es gab im Prinzip den lasttragenden Stroh bei einem Bau als historische Idee.

00:19:25: Dann gab es auch irgendwann mal Zwischenlösungen, wo man versucht hat so eine Art Ständerbau zu machen alle drei Meter eine Holzstütze und dazwischen dann Strohhaufmauern was sich nicht so bewährt hat.

00:19:36: Und jetzt ist es klassisch.

00:19:37: eigentlich das verbreitete ist der Holzrahmen-Bohlenbauweise nennen die das auch weil das sehr tiefe flacher Ständer sind und der wird ausgefacht.

00:19:47: Und wir haben uns eben darauf spezialisiert, das möglichst weit vorzufertigen.

00:19:51: Da haben wir ein Stück weit noch Entwicklungsarbeit reingesteckt.

00:19:56: Das heißt ihr seid klassisch Zimmermann im Raster zweiundsechzig-fünf unterwegs?

00:20:00: Der Strohballenbau oder diese genormte Strohballen kommt dann da passend?

00:20:04: Oder wie funktioniert es in dem Bereich?

00:20:06: Also der kommt passend allerdings hat er bis jetzt mal noch achtzig Zentimeter breite.

00:20:11: Das heisst unsere Achsmaß bei einem sechser Ständer wäre sechsenachzig.

00:20:15: Da kommt ab und zu eine dickere Stütze vom Dach runter.

00:20:20: Dann muss man den Strohballen entsprechend schneiden, das geht.

00:20:23: Unser bisheriges Strommaß ist mit der Freitage von ca.

00:20:26: Achtzig Breite.

00:20:27: Das ist ein Dämmstärke.

00:20:29: Der große Vorteil ist, dass die Firma Henkel hier auf der Schwäbischen Alb ne Stunde weg in Neufra hat.

00:20:35: Sie haben eine Presse entwickelt.

00:20:37: Die steht in einer Halle, also auch ein stationäres Gerät.

00:20:40: und die können diese Länge der Ballen, also praktisch die Wandhöhe wenn ich jetzt drei Meter hohe Wand habe oder zwei Fünfzig hohe Wandfelder da kann ich quasi die Länge passgenau bestellen.

00:20:51: Und das ist was wo wir zum Glück den Henkel Peter kennengelernt haben als wir angefangen haben uns mit dieser Entwicklung zu befassen und wir haben von Anfang an im Grunde hier so ein süddeutsches, so einen südsdeutschen Weg eingeschlagen und haben gesagt Wir nehmen diese Hänkelballen weil er kann das ganze Jahr Wetter unabhängig und Ernte unabhängig in der Halle des Stroh innerhalb von zehn Tagen auf Bestellungen pressen.

00:21:17: Was auch gut ist, wenn das Stroh frisch gepresst ist.

00:21:21: Das kann man sich schon ein bisschen wie so eine Feder vorstellen.

00:21:24: Wenn das gepreszt wird hat das unheimlich viel Druck.

00:21:26: Und wenn ich das an die Wände einbaue und schneide dann die Schnüre auf, dann expandiert es noch.

00:21:31: Wenn ich das als gepressten Ball erst mal ja in die Ecke lege, dann lässt diese Expandierungswirkung auch nach Und deswegen ist das ideal, wir kriegen das just in time.

00:21:41: Das heißt auch der Unterschied zu ich trage das Stroh auf die Baustelle, stopf es rein dann muss sich das ja irgendwie verdichten oder ich muss es zumindest so reingestopft bringen sei jetzt mal dass das ja dann alle Lücken fühlt.

00:21:53: also der Klassik.

00:21:53: aber der Glaswolli schneidet ein Zentimeter mehr und passt hier rein Holzfasers gleiche Zellulose.

00:21:58: wenn das Einbläs entfällt das natürlich, wie das entfält dann?

00:22:01: Oder wie haben die das sonst gemacht?

00:22:04: Ja, das entfällt.

00:22:04: Also wir bestellen die Ballen... Wir bauen die Gefache auf Achtzig und die Balle haben auch Achtzig.

00:22:09: Wir haben dann so Hilfsmittel zur Gleitbleche und verschiedene Werkzeuge und Techniken.

00:22:13: wie wird es dann da wirtschaftlich reinkriegen?

00:22:16: Unsere Wände liegen am Boden!

00:22:17: Wir machen das alles im Liegen.

00:22:18: Das ist natürlich auch ein großer Vorteil wenn sie nicht im Stehen machen muss.

00:22:22: Da ist der Faktor eins zu drei.

00:22:25: also wenn ich das im Stehnen einbauen muss mit kleinen Ballen.

00:22:28: Man muss die dann verdichten man muss die noch anpassen in der Größe Da wird das ungefähr dreimal so lange dauern der Einbau.

00:22:35: Und ja, so kriegen wir durch diese Henkelballen die eine sehr gute Qualität haben.

00:22:41: Die sind sehr eben und sehr viereckig.

00:22:44: Haben wir praktisch so gut wie gar kein Aufwand jetzt mit irgendwie noch Fugen ausstopfen und anpassen.

00:22:48: Wir schneiden sie auf der Bandsäge.

00:22:50: Wir haben da auch Versuche gemacht einen ganzen Tag mal Ballen schneiden mit allem was uns einfiel.

00:22:58: Bandsäge hat gewonnen am Ende mit einem möglichst schmalen Platt, damit es weniger Reibung hat.

00:23:03: Und dann kannst du auch aus dem Achtziger Ball einen Sechziger machen oder ein Vierziger und der hat vier Schnüre.

00:23:08: das heißt oft ist auch der Rest noch zu retten und weiterzu verwenden.

00:23:12: Heißt aber wenn Du sagst dieser Hänkelballen diese Presse für diesen Baustroh der stellt dann aber auch wieder sicher dass eben die Halme oder die Röhren quer liegen?

00:23:21: Ja überwiegend!

00:23:22: Weil sonst

00:23:24: ist ja das Thema Dämmwirkungen

00:23:26: Genau, das kennt ja eigentlich jeder vom Feld.

00:23:28: So ein Mähdrescher hat vorne so einen runden Balken mit so Nadeln dran und wenn der das Stroh also das Getreide abschneidet dann dreht sich diese Welle und die Nadeln holen das Strohh rein in den Mähtrecher.

00:23:40: Und bei diesem Prozess legen sich die Halme automatisch schon überwiegend quer zum Mähtrescher Fahrtrichtung.

00:23:47: Und so kann man sich im Grunde die Presse in der Halle auch vorstellen nur dass es getreide da schon weg ist.

00:23:51: er kriegt halt große Quaderballen legt die auf, schneidet die großen Quaterballen auf und da kommt noch mal so eine Welle.

00:23:58: Und legt wieder die Halme quer und die werden einfach nochmal in einem Kanal anders gepresst vom Maß.

00:24:05: Du hast jetzt vorher gesagt Wandaufbau in eurem Fall oder Klassisch Strohbau oder Wandkonstruktion stärke, ist ca.

00:24:10: thirty-six Zentimeter.

00:24:11: Das heißt aber dickere Wand am Holzpfosten, am Stielen ein bisschen mehr fürs Holz an den Kosten Aber dafür größere Sprungmaß.

00:24:20: das heisst die Holz-Ständerwand ist wahrscheinlich preislich Das Gleiche sieht wahrscheinlich aus?

00:24:24: Ja, ich sage immer es ist eine holzarme Bauweise.

00:24:27: Also das ist ja letztendlich auch das was wir versuchen müssen dass man unser wertvolles Holz nicht im Überfluss in die Häuser packen.

00:24:36: also meines Erachtens ist so eine massivholzbauweise ein bisschen verschwenderisch.

00:24:41: da wird immer geworben mit CO² Einlagern aber da liegt wenn man das mal anguckt was das mit einjährig nachwachsenden Pflanzen wie Hanf und Flachs und Stroh?

00:24:52: Die wachsen wirklich jedes Jahr nach und ich habe jedes Jahr wieder das Volumen zur Verfügung.

00:24:56: Und damit ist auch diese Klimabilanz oder der Klimaschutz viel wirksamer.

00:25:01: Ein Baum braucht ja nun doch lange, bis er mal soweit ist dass sich ihn verbauen kann und hat auch Phasen wo er gar nicht soviel CO² aufnimmt.

00:25:09: Die Ernte ist wieder aufwendiger und die Bearbeitung ist aufwendig.

00:25:12: Oft wird es noch verleimt, oft wird es auch noch weit transportiert oder weiter.

00:25:17: also das heißt das Holz steht im Vergleich zum Stroh was diese Klimabilanz bedeutet gar nicht so gut da und das Holz ist natürlich toll und wichtig.

00:25:27: aber eben auch weil wir wissen dass unsere Wälder ja eher sterben oder zumindest dass das Volumen weniger wird.

00:25:33: was ich da rausholen kann finde ich es wichtig, dass man das Holz mit dem Holz sparsam umgeht und dass man dann das überwiegende Volumen dieser Gebäude für die Dämmung eigentlich mit was anderem macht.

00:25:46: Okay also wir haben Thema kurze Wege.

00:25:49: stichwort Kreislauf wird scharf.

00:25:50: wenn sie jetzt jemand an des thema bauen mit Stroh ran trauen will du nicht so recht weiß der wird ja jetzt wahrscheinlich auch kein großes Einfamilienhaus vielleicht als erstes machen wollen der sagt sich vielleicht einen Anbau oder so mal zum Haus probieren.

00:26:02: Wäre das so was, was du dir empfehlen könntest oder wie würdest du starten?

00:26:06: Ja also wir gehen so vor.

00:26:08: Also bei uns landen viele Menschen die auch auf die Gedanken kommen und sagen Wir wollen eigentlich gar nicht neu bauen weil wir wissen dass diese Flächenversiedlungen in Deutschland muss irgendwie aufhören.

00:26:19: Das ist allen klar oder vielen klar.

00:26:23: Manchmal haben Leute aber einfach ein Baugrundstück oder es gibt und kommen irgendwie trotzdem nicht um den Neubau rum und landen dann bei uns und sagen, wir wollen wenn wir schon neu bauen so nachhaltig wie möglich bauen.

00:26:35: Und wenn man das wirklich ernst meint, dann landet man relativ schnell beim Strohballenbau weil da geht eigentlich nichts Besseres.

00:26:44: Das kriegen auch Laien raus, das kriegen auch Architekten raus und das ist keine Raketenwissenschaft.

00:26:51: Dann gehen wir so vor, dass wir zeigen was wir tun.

00:26:53: Wir haben eine Musterwand, wir haben regelmäßig Strohballenhäuser in der Produktion und können praktisch die Produktion anschauen.

00:26:59: Und wir gehen vor allem auch in die Häuser oder wir machen Termine.

00:27:03: Da entsteht auch wie eine kleine Community.

00:27:05: das ist natürlich auch toll, dass die Bauherren, die jetzt schon ein Strohballenhaus haben sich freuen wenn Interessenten zu Besuch kommen und sich dann auch kennenlernen.

00:27:15: oft sind es ja auch ähnliche Lebensphasen wo man baut.

00:27:19: Was wirklich beeindruckend ist, ist das Klima in den Häusern.

00:27:22: Also wir bauen jetzt seit bald vierzig Jahren Holzrahmenbau.

00:27:27: Wir nennen uns seit Gründung ökologischer Holzbau und sind quasi mit ISOFLOG im selben Jahr gegründet.

00:27:35: Vierundachtig waren von Anfang an ein ISOFLog Fachbetrieb und eben diese Weichfaserplatten guthex powertex Das gehört zu unserer DNA.

00:27:46: Und dennoch enden diese Häuser dann oft innen mit einer Gipskartonplatte oder mit einer Fermacell-Platte und mit einer Spachtelung und irgendwie eine Streichputze, so eine Tapete.

00:27:56: Das ist wirklich was das merkst du?

00:27:59: Da ist dieser Strohballenbau mit Lehmverputz ne ganz andere Liga.

00:28:03: also das kann man auch niemand erklären nicht im Podcast, nicht in einem Prospekt.

00:28:08: da muss mal rein!

00:28:09: Und gerade jetzt bei diesen heißen Temperaturen wie wir es jetzt gerade hatten oder auch im Winter wenn's kalt ist zu merken, was das ausmacht so ein Leben verputztes Haus.

00:28:18: Da muss jetzt vielleicht auch nicht unbedingt Stroh drunter stecken.

00:28:20: Das wäre auch bei einem anderen Holzrahmenbau der Game Changer.

00:28:23: aber also da muss ich dann noch mal eine Lanze für den Leben brechen.

00:28:26: Das ist unglaublich, was es bedeutet wie angenehm diese Häuser sind und dann sind die Leute meistens überzeugt.

00:28:34: Es ist auch wichtig für jemanden, der so viel Geld ausgibt dass er das Gefühl hat, er ist bei jemandem professionell aufgehoben.

00:28:40: Das ist ja auch noch was, das kennt jeder Holzbauer.

00:28:44: Wenn das zu experimentell wirkt und ein bisschen zu chaotisch aussieht oder so dann kriege ich natürlich Fragsausen wenn ich als Bauherrenkredit aufnehme und will eine halbe Million investieren in mein Häuschen, was ich möglichst bis zum letzten Tag bewohne.

00:28:58: Da will niemand, dass es irgendwie schief geht und deswegen unser Konzept und auch unser Weg, dass wir das professionellisiert haben sowohl den Strohbau-Bau Wir zeigen einfach, dass das nicht irgendein Kommando ist wo du nicht so richtig weißt was es kostet wie lange es dauert ob's hält.

00:29:18: Das ist wichtig für Bauherren

00:29:20: und hilft natürlich dann über die Arbeit jetzt bei uns im Haus über die Weiterbildung natürlich auch mit das in die Breite zu tragen.

00:29:26: ihr könnt auch nicht alle Baustellen abdecken und das ist natürlich auch das Tolle wenn man dann zeigt wie es geht anderen zeigt wie Es geht.

00:29:32: stichwort Lehmbau auch gutes Thema sicherlich noch eine eigenen Podcast wert vielleicht an der Stelle.

00:29:39: Schaut mal später nochmal rein, haben wir noch nicht.

00:29:41: Kommt aber habe ich hier mit versprochen.

00:29:44: Planerisch also wenn du sagst Häuslebau klassische Einfamilienhaus auch mehr Familienhausbau gibt's da planerische Hürden dann?

00:29:52: Wir wissen alle Gebäudeklassen die verschärfen irgendwann den Brandschutz und den Schallschutz.

00:29:59: Die Anforderung ist das mit Stroh komplett machbar?

00:30:03: Nein, es ist schwierig.

00:30:05: Also sagen wir mal ab Gebäude Klasse vier wird's auf jeden Fall komplizierter.

00:30:08: das hat aber mit dem Stronix zu tun.

00:30:09: das wäre mit Holzfaser und mit Isoflog dasselbe.

00:30:13: bis zur Gebäudeklasse drei ist es ganz normal.

00:30:15: baubar haben wir keine Einschränkungen.

00:30:17: Wir bauen auch total individuelle Häuser.

00:30:20: also nicht jetzt irgendwas von der Stange sondern unsere Architektur ist komplett individuell Und wir kriegen alles realisiert was man im Holzbau realisieren kann.

00:30:29: da hat das Stroh keine Nachteile.

00:30:31: Und mehr Familienhäuser gibt es.

00:30:35: Es gibt fünf Familienhaus, sechs Familienhaus.

00:30:37: also wir haben auch in Heidelberg schon oder Dossenheim bei Heidelbergen sechs Familien Haus aufgestellt.

00:30:43: Wir gehen da ab und zu auf Montage und liefern sowas mal weiter weg.

00:30:47: Genau.

00:30:47: also Gebäudeklasse vier ist schwieriger.

00:30:49: Das steht in der LBO dass in der Gebäude Klasse vier intragenden Bauteilen keine brennbaren Dämmstoffe sein dürfen.

00:30:57: Ich denke, dass wir arbeiten daran mit einem Netzwerk von Leuten.

00:31:01: Dass wir da Präzidentsfälle schaffen wo das doch geht und Lösungen finden wie wir das hinbekommen weil es unheimlich wichtig finde, dass man diese Lanze bricht gerade der vier- und fünfgeschossige Wohnungsbauer wird der Bau, der Zukunft sein.

00:31:17: Also die Einfamilienhäuschen werden denke ich... also in Freiburg ist das schon deutlich spürbar.

00:31:21: dass es da kaum noch Baugebiete gibt wo man sowas noch bauen kann finde ich an sich auch richtig.

00:31:26: also ich finde das muss kompakter werden.

00:31:29: unser Wohnungsproblem lösen wir nicht mit einfamilenhäusern und gerade in diesem wirtschaftlichen Bereich von mehrfamilingenhäusern findest.

00:31:39: wichtig dass mal eben die nachwachsenden Rohstoffe.

00:31:43: In Freiburg entsteht gerade eines der größten Neubaugebiete Deutschlands, d.h.

00:31:47: Dietenbach.

00:31:47: Da entstehen siebentausend Wohnungen in den nächsten sechzehn bis zwanzig Jahren.

00:31:52: Die Politik steht auf dem Podium und sagt das soll ein klimaneutraler Stadtteil werden Und da ist ja nichts Gebäudeklasse drei also alles vier und fünf.

00:32:03: Wenn das bedeuten würde, dass es alles mit Steinwolle und nicht brennbaren Materialien energieintensiven Zeug gedämmt würde dann wüsste ich nicht wie man ernsthaft klimaneutral hinkriegen will.

00:32:16: Papier ist da vielleicht auch geduldig aber wenn man es ernst meint muss man eine Lösung finden wie man das mit nachwachsenden Rohstoffen hinkommt.

00:32:25: wir arbeiten eben für Stroh und Lehm und wir haben ein konkretes Projekt das heißt LiveLab.

00:32:30: Das findet man auch im Internet.

00:32:33: Das ist ein Wohnhaus mit vier bis fünf Geschossen.

00:32:37: Das ist allerdings jetzt in einem anderen Neubaugebiet, das ist ein bisschen schneller schon aktuell.

00:32:42: Das heißt Klein-Eschholz.

00:32:43: Das sind so die kleine Schwester vom Dietenbach mit fünfhundert Wohnungen innerstädtisch auch schon nennenswert.

00:32:51: und da haben begleiten wir schon seit ein paar Jahren auch eine genossenschaftliche Wohnbau Gruppe, das Ziel hat Stroh gedämmt Mehrfamilienhaus mit glaube zweiundzwanzig kleinen und mittleren Wohneinheiten.

00:33:04: Bezahlbar mit wenig Wohnfläche pro Kopf also so ein Stück weit LiveLab übersetzt mit Lebenslabor.

00:33:12: Also wie kann man für die Zukunft so bauen dass wir auf diesem Planeten noch verantwortlich und sinnvoll und schön wohnen können.

00:33:20: Und das wäre eigentlich mein Traum, also ich sehe jetzt die Lösung nicht in Tiny-Häusern oder auch nicht in Einfamilienhäusern sondern für mich reizt es sehr mal sowas wie LiveLab zu realisieren und zu zeigen.

00:33:32: man kann bezahlbar in dieser Skalierung Wohnraum schaffen mit einer super guten Aufenthaltsqualität durch Leben und Stroh und ohne irgendwelche Schnickschnack einfach bauen.

00:33:46: Das ist auch ein Thema Low-Tech, wenig Technik, wenig Luxus oder einfach einen Dach über dem Kopf.

00:33:53: Aber das ist halt gut!

00:33:55: Du sagst für euch wenn ihr Kundenkontakt habt da öffnen auf frühere Kunden mal ihre Türen gibt es öffentlich zugängliche Gebäude wo man sich das Thema leben oder nicht nur leben sondern also wo man sieht das Thema Strohbau vielleicht auch dann wieder in Kombi mit Lehmbau einfach mal anschauen kann?

00:34:10: Eines der frühen Projekte, was wir gemacht haben auch so ein Herzensprojekt.

00:34:14: Von uns war ein Naturerfahrungszentrum in der Pfalz.

00:34:17: das war also einmal weiter wegfahren.

00:34:20: es war das erste Projekt wo man mit so einem Strohbeinhaus mal hundertsechzig Kilometer weiter sind.

00:34:25: Das hat eine Cafeteria drin.

00:34:26: das ist ein kleiner Verein der heißt Lobby für Kinder.

00:34:29: die haben da ein großes Areal mit ein paar Hektar Abenteuerspielplatz und brauchten einen Aufenthaltsraum konnten.

00:34:35: über Fördermittel und Spenden.

00:34:37: konnten sie das realisieren hat man die Möglichkeit zum Beispiel relativ einfach reinzukommen und sich so ein Strohbau mal anzuschauen, aufsich wirken zu lassen.

00:34:46: In Freiburg gibt es mittlerweile auch einen Kindergartenanbau wo noch eine neue Gruppenraum dran kam in strohballen Bauweise, Leben verputzt.

00:34:57: da kann man mit einer relativ einfachen Terminvereinbarung immer mit Leuten hin.

00:35:01: Und gerade das in Dossenheim dieses sechs Familienhauses ist ne Wohnung Gruppe Mietshäusersindikat.

00:35:07: Das werden wahrscheinlich wenige kennen, aber das ist auch nochmal ein Weg um bezahlbaren Wohnraum zu kreieren und Gebäude aus dem Spekulationsmarkt rauszunehmen.

00:35:19: Und diese Menschen sind leben da in der Hinsicht auch, sagen wir mal in Sachen Fläche und Konzept sehr bescheiden.

00:35:26: die haben Gemeinschaftsräume für Wohnzimmer und haben kleine Wohnungen, in denen sie dann intim leben.

00:35:32: Aber es sind so Menschen, das zeigen und nach Außentragen als Vorbild wirken wollen.

00:35:38: Wir haben genug Adressen, wo man so was anschauen kann.

00:35:42: Schon ein paar Mal gefallen auch die Adresse der Zimmerei Grünspecht?

00:35:45: Du hast ganz am Anfang gesagt zu unserem Nebensatz, ihr seid eine Genossenschaft, weil ich habe dich vorgestellt als Vorstand hört es dir ja ganz toll, hört sie in einer riesigen Firma an!

00:35:54: Was hat's denn also klassisch?

00:35:55: Kennen wir alle eine GmbH oder eine GBL oder demgegenüber natürlich ein Einzelunternehmen?

00:36:03: Die Genossenschaft wurde von vier Leuten gegründet.

00:36:11: Und bis zur Rente.

00:36:12: da waren im Endeffekt zwei.

00:36:16: Einer der beiden hat Germanistik in Hessen auf Lehramt studiert und bekam wegen falscher politischer Gesinnung ein Kapitalismusgegner.

00:36:28: und hat damals schon erkannt, dass das irgendwie auch nicht alles nur so in die richtige Richtung läuft.

00:36:33: Und es war in den achtziger Jahren, siebziger-achtzigerjahren war das.

00:36:37: dann mündete das dann in ein Berufsverbot.

00:36:40: also er durfte seinen Beruf als Lehrer und Beamter dann nicht ausführen und hat dann eine Zimmererlehre gemacht.

00:36:48: Sein Vater war Statiker in Frankfurt.

00:36:53: Er hätte also ohne weiteres einfach eine Zimmerei gründen können, wie viele andere auch auf seinen Namen.

00:36:58: Aber weil er eben auch Kapitalismusgegner war, wollte er zeigen dass es auch anders geht und hat von einem selbstverwalteten Betrieb geträumt.

00:37:09: Damals hieß das so.

00:37:11: Selbst Verwaltung heißt wir die Mitarbeiter besitzen das Unternehmen und arbeiten für ihren eigenen Erfolg.

00:37:22: Das ist als GBR gestartet ein paar Jahre und es dann Anfang der Neunziger zur Genossenschaft umfirmiert wurden.

00:37:30: Und seitdem ist Zimmerei Grünspech eine eingetragene Genossenschaft, das gab's damals öfter.

00:37:35: in den Achtzigern war es vieles entstanden.

00:37:37: ich habe ja schon gesagt isoflog ist im selben Jahr gegründet.

00:37:40: Es gab da generell diese denke ich war dass so die Geburtsstunde des ökologischen Bauens also unter Holzbau betrieben auch bei Landschaftsgartenbau mit weniger Spritzmittel Bio-Öko-Landbau, dass man eben ohne Spritzmittel wieder so eine Rückbesinnung auf die Natur.

00:37:56: Das war in den Achtzigern gab es da sehr innovative und mutige Menschen, die sich das getraut haben einfach neue Wege zu gehen wieder.

00:38:03: Und da ist viel Gutes draus entstanden.

00:38:06: Es gab auch mehr Genossenschaften.

00:38:08: Das hat natürlich auch seine Herausforderungen, so ein Firmenkonzept wenn viele miteinander was machen.

00:38:16: deswegen Es sind auch nicht mehr so viele übrig, also im Handwerk ist das doch sehr exotisch.

00:38:21: Kommt immer mal wieder jemand und will einen Artikel schreiben oder ein Interview drüber führen.

00:38:25: Es kommen auch manchmal Leute die wollen sowas neu gründen.

00:38:28: Also es gibt wieder so'n Trend dass Menschen sich eher zusammentun.

00:38:32: Wahrscheinlich auch dem geschuldet, dass jetzt viele Betriebe vor einer Übergabe stehen.

00:38:36: Das ist ja im Handwerke ein Thema, das kennt man.

00:38:40: Es finden sich wenige junge Leute, die sagen ich mache jetzt dasselbe wie der Vorgänger und widme quasi bei diesem Unternehmen mein ganzes Leben mit fast der ganzen Freizeit.

00:38:49: Und habe wenig Zeit für Familie.

00:38:52: mittlerweile wollen Menschen mehr Freizeiht und anders das angehen.

00:38:55: und dann bietet es sich an, dass man sagt mehrere zusammen tun sich zusammen und machen sowas.

00:39:00: Manchmal auch eine Belegschaft, die sagt okay bevor der Laden hier verkauft oder zugemacht wird Warum machen wir es nicht als Genossenschaft?

00:39:09: Das sind so die Gründe, warum man auf die Idee kommt und bei uns gab's Höhen- und Tiefen auch wirtschaftlich in den mittlerweile zweiundvierzig Jahren.

00:39:20: Aber ja, wir sind jetzt ein sehr gutes gesundes Unternehmen mit... Wir haben keine Probleme mit Nachwuchs.

00:39:27: Wir finden junge motivierte gute Fachkräfte, die Lust haben sich dazu engagieren Und ich bin auch nur ein Vorstand von drei.

00:39:37: Also wir werden alle zwei Jahre gibt's eine Wahl und es gibt den Vorstand und einen Aufsichtsrat, die meisten werden das also vereinen kennen.

00:39:50: Für mich passt das alles gut.

00:39:52: Aber was heißt das jetzt ganz konkret?

00:39:53: Das heißt die Mitarbeiter... Kaufen Anteile.

00:39:57: Beteiligen Sie sich dann?

00:39:58: Ihr habt irgendeine Sitzung, da besprecht ihr wo soll die Reise hingehen?

00:40:01: wahrscheinlich jetzt nicht über einzelne Baustellen aber wie läuft also mit der Ausrichtung dieses Unternehmens dann?

00:40:06: wahrscheinlich?

00:40:07: Ja genau!

00:40:07: Also die Organisationsstruktur ist so von oben runter gebrochen.

00:40:11: es gibt einmal im Jahr eine Hauptversammlung, eine Generalversammelung muss bis vor Ende Juni stattgefunden haben.

00:40:18: Da wird die Bilanz vorgestellt, also das heißt jetzt wirtschaftliche Background von der ganzen Firma.

00:40:23: Da sitzen dann auch alle, die kommen mit am Tisch.

00:40:27: Das ist also kein Geheimnis.

00:40:29: Von den Zahlen her... Wir sind mittlerweile.

00:40:31: letztes Jahr waren wir durchschnittlich fifty Mitarbeiter allerdings eine ganze Menge Teilzeit.

00:40:38: Also über die Hälfte der Menschen arbeitet in Teilzeit bei uns.

00:40:41: Das heißt Vollzeitstellen haben wir wahrscheinlich so um die vierzig wenn du das umrechnest Und also von den fünftig mitarbeiten sind jetzt ungefähr vierzig Genossinnen und Genossen, dass man mal so eine Vorstellung hat.

00:40:55: Das war viele Jahre nicht so.

00:40:57: Viele Jahre waren das nur sechs bis acht Genossen und auch viel kleiner als Unternehmen.

00:41:01: Also es ist die letzten Jahre immer so sukzessive Schleichen größer geworden.

00:41:05: Wir wollten es eigentlich nie.

00:41:07: Als Vorstellungen sind eigentlich schon seit wo dreißig sind haben wir eigentlich so ein Agreement.

00:41:12: Wir wollen jetzt nicht mehr wachsen aber ich finde es fast schwieriger nicht zu wachsen als wenn man jetzt andersrum, wenn man wachsen will und kann nicht dann ist es wahrscheinlich auch nicht angenehm.

00:41:25: aber also wir bärsten ein bisschen aus allen Nähten.

00:41:28: Wir bauen jetzt auch neu und müssen dem Rechnung tragen dass viele Menschen wollen bei uns arbeiten und wir haben auch gute Aufträge usw.

00:41:39: Es bedingt sich das eine und das andere

00:41:41: Gut, aber trotzdem wahrscheinlich nicht jeder auszubildende wird am ersten Tag genossen?

00:41:45: Genau.

00:41:46: Also die Auszubildenden gar nicht.

00:41:48: Da möchten wir das erst die Ausbildung beenden und dass man dann guckt ob sie bleiben oder übernommen werden Und auch jemand der neu anfängt hat erstmal drei Monate Probezeit und in der Probe Zeit kann man noch nicht Genosse werden.

00:42:01: Aber wenn... passiert ist und man ist dann unbefristet da.

00:42:06: Dann kann man sich bewerben, in der Regel wird man auch genommen und kann dann fünf Anteile a-fünfhundert Euro kaufen.

00:42:14: das ist relativ niedrige Einstiegshürde also zweieinhalb tausend Euro kann man da zeichnen und dann ist man Genossin oder Genosser gehört dazu wie alle anderen auch.

00:42:24: Man hat dann in einer Abstimmung als eine Generalversammlung hat man dann als aktiver Genosse glaube ich zwei Stimmen Und wenn man unter fünfzig Prozent arbeitet von dem Teilzeitmodell, dann nur eine Stimme gibt es in der Satzung.

00:42:39: Das wird auch ab und zu mal verändert weil natürlich die Arbeitswelt verändert sich.

00:42:42: also das ganze Teilzeithema ist natürlich neu und wird immer mehr im Bau ja auch noch recht neu und unüblich.

00:42:51: aber gerade deshalb kommen auch viele zu uns.

00:42:56: Die Generalversammlung ist praktisch die große Versammlung einmal im Jahr.

00:43:01: Die kann man natürlich auch bei besonderen Anlässen ein zweites Mal einberufen, aber in der Regel machen wir das eine einmal im Jahr.

00:43:07: Und dann ist es so dass der Vorstand also meine zwei Kollegen und ich... Wir treffen uns alle zwei Wochen in einer drei bis vierstündigen Vorstandssitzung wo wir so alle möglichen Themen auf der Tagesordnung haben von der Versicherung über Autokauf usw.. Auch Personal wenn's jetzt Probleme gibt mit jemandem besprechen wird das auch in dieser Sitzung mal zu tritt.

00:43:30: Aber prinzipiell hat jeder von uns dann seine Themen, für die er verantwortlich ist auf dem Zettel und Personal machen zum Beispiel die anderen beiden.

00:43:38: Da werde ich ab und zu mal gefragt oder informiert aber das ist eigentlich nicht mein Mitti momentan.

00:43:46: Was macht denn auch den Unterschied aus zum klassischen Unternehmen wo man in Anführungszeit so für den Chef arbeitet?

00:43:51: Also sag schon Nachwuchs im Sinne von Auszubildenden und auch Arbeits- oder Fachkräften an sich ist nicht euer Thema.

00:43:58: Wie schlägt sich das niedere Betriebsklima Motivation auf das Thema Verantwortung?

00:44:03: Wie macht es sich bemerkbar?

00:44:05: Ja, ich würde sagen man merkt schon wenn jemand die Entscheidung für sich trifft.

00:44:09: Ich möchte jetzt hier genossen werden.

00:44:11: Also diese Entscheidung ist ja nicht für ein Leben lang.

00:44:13: also wenn man jetzt in einem Jahr sagt ich muss aus irgendeinem Grund oder will gehen warum auch immer dann geht man und kann man gar nicht genosse bleiben.

00:44:24: mittlerweile ist es so wenn man das arbeitsverhältnis beendet fällt mal automatisch dann zum ende des jahres auch aus der genossenschaft raus als weil wir wollen nicht so viele.

00:44:34: das war früher anders.

00:44:34: da haben wir die satzung mal geändert.

00:44:36: wir wollen sich so viele leute drin haben die gar nicht mehr arbeiten.

00:44:41: das soll eine gelebte genossenschaft sein die die menschen die hier arbeiten auch miteinander verbindet.

00:44:46: und Das habe ich in Fahrten verloren.

00:44:49: Was war deine Frage?

00:44:50: Motivation verantwortet.

00:44:52: Genau, wenn jemand für sich diese Entscheidung trifft... Ich möchte jetzt Genossin oder Genosse werden, bilde ich mir ein dann ist schon was passiert.

00:45:00: also das freut uns immer sehr wenn niemand so an dem Punkt ist und diese frage stellt weil das schon mal etwas aussagt er fühlt sich ja wohl es wird er nicht machen wenn er sich nicht wohlfühlen würde und er sieht auch eine gewisse Perspektive.

00:45:12: Und im kleinen Das ist natürlich auch nicht bei jedem gleich.

00:45:16: Es gibt Menschen, da merkt man das mehr und es gibt Menschen der merken wir dass weniger.

00:45:20: Es geht natürlich auch in finanzielles Interesse weil wenn wir am Ende des Jahres Gewinn machen und über eine Ausschüttung nachdenken dann kriegen alle quasi mehr oder weniger.

00:45:33: Bis vor letztes Jahr war es alle gleich pro Kopf.

00:45:37: Mittlerweile haben wir das jetzt auch aufgrund dieser Teilzeitgeschichten und mittlerweile auch Ruhestands eintritt

00:45:42: usw.,

00:45:43: so gemacht, dass man das ein bisschen differenzieren, dass nicht jemand der in Ruhetand geht und eigentlich nur noch im Aushiffsjob da ist, dasselbe kriegt wie jemand, der das ganze Jahr hundert Prozent arbeitet.

00:45:54: Das war lange Zeit so.

00:45:56: aber das wollen wir natürlich auch anpassen und so fair wie möglich handhaben Und es gibt also praktisch verschiedene Verteilsäulen.

00:46:05: Das ist echt kompliziert und natürlich in so einem Prozess mit vierzig Leuten, das auch ein Weg bis man da ist.

00:46:11: Man hat nie gerecht – das ist ja wie im restlichen Leben auch – aber das motiviert natürlich.

00:46:19: Es gibt ein finanzielles Interesse weil man hat das Gefühl wenn ich jetzt hier gut arbeite oder die Bohrmaschine vorsichtig hinlege und nicht runter schmeiße und sie hält doppelt solange dann habe ich selber auch was davon.

00:46:30: Das ist die Hoffnung.

00:46:31: Das klappt nicht bei allen, aber bei den meisten und ja das ist auch ein Lernprozess unten reinwachsen sowie in anderen Firmen auch

00:46:39: Spannend tatsächlich, wir haben in der Folge thirty-three sich das Thema Fachkräftesicherung im Zimmerer Handwerk aufgegriffen und haben das auch Skreut mal noch ein Stück runter.

00:46:47: Folge forty-three wird sich auch ein Unternehmer werden uns mit Stefan Höfer unterhalten, der eben als ja als junger Unternehmer mit seinem Bruder zusammen so einem klassischen Familienbetrieb führt und da ihm über seine Herausforderungen spricht und das ist eben dieses Jetzt nicht das totale Gegenteil, aber wäre vielleicht auch mal spannend euch da irgendwie zusammenzubringen und da zusammentrüber zu sprechen.

00:47:09: Du hast vorher schon gesagt, dass lässt sich jetzt sicherlich nicht eins zu eins auf jede Firma übertragen die jetzt sagt wir wollen jetzt hier zusammen entscheiden Aber gerade so ein Zuge Übernahme kann das vielleicht ein Thema sein?

00:47:20: Ja witzigerweise war es bei meinem Vorstellungsgespräch Geschäftsführer oder Vorstand gesagt, also nur damit wir uns richtig verstehen.

00:47:31: Wir sind hier kein Alternativbetrieb.

00:47:33: Man muss bei uns auch neun Stunden arbeiten und man muss pünktlich sein.

00:47:37: Also ich weiß nicht was der da gerade erlebt hatte.

00:47:39: aber es ist bei uns so dass es Kritik gibt wenn man zu spät kommt und wir müssen uns in diesem Wettbewerb letztendlich sind wir nur deshalb erfolgreich weil wir gut arbeiten und weil sich die Baustellen rechnen.

00:47:50: Und das muss man sagen, dass geht bei uns mit wenig lautstarker Kritik einher und mit massiven Druck.

00:47:59: Wie man es manchmal so hört, sondern es kommt wirklich zu großen Teilen aus der Eigenverantwortung.

00:48:04: Wenn jemand nicht richtig mitspielt, dann löst das eigentlich das Kollektiv also die Gruppe bis zum gewissen Punkt.

00:48:13: Dann muss man natürlich schon als Führungskraft irgendwann auch einsteigen.

00:48:15: aber wenn die Verhältnisse stimmen ist das ein bisschen wie einen Selbstläufer.

00:48:22: Dass alle sehen, okay da ruht sich jetzt einer aus oder da passt einer nicht rein dann wird es früher oder später thematisiert und das funktioniert eigentlich nicht dass jetzt einer sagt ich denke nur an mich und ich nutze die anderen die Firma aus oder so Das funktioniert tatsächlich nicht.

00:48:39: Also noch ein spannender Ausflug in des Thema Unternehmertum?

00:48:42: Oder was man trotzdem alternativ sozusagen unternehmerisch für Möglichkeiten hat.

00:48:48: Abschließend sozusagen zum Thema Stroh, Vorteile haben wir vorher auch schon festgestellt und ich denke das ist weit über das Idealismus-Thema raus.

00:48:56: Also da seid ihr in den letzten Jahren deutlich drüber.

00:48:59: Das heißt jetzt geht es darum das Thema an die Breite zu kriegen.

00:49:02: und was wäre da sozusagen deine drei wichtigsten Punkte wo du jetzt zu dem Thema Baum mit Stroh einfach noch setzen willst?

00:49:10: Also das würde ich vielleicht noch ein bisschen weiterausholen.

00:49:12: Neben der Zimmerei Grünspecht gibt es noch diese, also die jetzt mit Stroh baut.

00:49:16: Gibt's noch den Strohh-Ballenhersteller?

00:49:18: Das ist der Peter Henkel.

00:49:20: Es gibt einen Philipp Wessling.

00:49:22: Der war im Jahr zwei Tausend zwanzig noch Student in Kassel und hat Bauingenieurwesen studiert Und hat seine Masterarbeit zum Thema Strohh Ballenbau geschrieben oder schreiben wollen.

00:49:33: und so haben wir uns kennengelernt, dass der sich bei mir gemeldet hat.

00:49:36: Wir haben zusammen überlegt was könnte ein gutes Thema sein?

00:49:38: Der hat dann mehrere Wochen bei uns Praktikum gemacht ist auch so einen Strohbau-Enthusiast.

00:49:43: Dann gibt es den Architekten Ralf Vogel, der mit uns schon viele Jahre zusammen Häuser planten und baut und der auch gesagt hat als das mit dem Strohholos ging da hätte er großes Interesse da würde sich einklinken.

00:49:55: Mittlerweile gibt's noch eine Doktorantin die Anastasia Hochmut an der Universität in Karlsruhe, die auch jetzt ihre Doktorarbeit dazu schreibt.

00:50:05: Strohbau in der Gebäude Klasse vier.

00:50:07: also es gibt ein Brandschützer aus Reutlingen der Sebastian Mayerix, der uns jetzt begleitet als Brandschützen vom Weg zu diesen fünf geschossigen Strohbau.

00:50:17: Es gibt wirklich wie so eine kleine Familie oder Community.

00:50:20: da kommen noch ein paar Professorinnen und ProfessorInnen dazu und ein paar andere Und zusammen arbeiten wir daran dass der Strohhbau sich verbreitet und dass der weiter kommt.

00:50:32: Das ist so rein intrinsisch motiviert, alle finden das wirklich ehrlich gut und finden es ein guter Lösungsweg für viele Probleme und an dem muss man unbedingt schnell weiterentwickeln.

00:50:44: Das macht Spaß!

00:50:44: Das ist jetzt mal neben meiner Arbeit und meiner Rolle in der Zimmerei was wo ich sage meine Kinder sind ausm Haus.

00:50:51: Ich hatte Lust und habe auch weiterhin Lust mich für so ein Thema einzusetzen.

00:50:57: Ich bin in keinem anderen Verein oder habe jetzt kein anderes Hobby, wo ich jetzt morgens mehr Zeit und Hirnschmalz brauche.

00:51:03: Und das macht mir sehr viel Spaß, weil es sehr tolle Menschen sind und tolle Stimmung machen.

00:51:09: auch schöne Erfolge.

00:51:11: Auch dass Biberrach angerufen hat und gesagt, kommst du hierher?

00:51:14: Das ist für mich eine tolle Sache!

00:51:16: Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht letztes Jahr.

00:51:18: Ich finde ihr seid hier echt sehr gut aufgestellt also auch als Zimmerer.

00:51:23: Ich hab in Thüringen gelernt, in Gota im Ausbildungszentrum.

00:51:27: Ich kenne eigentlich nicht wirklich das Ausbildungszentrum in Bühl, wo unsere Lehrlinge hingehen.

00:51:31: Aber ich war schon hier sprachlos.

00:51:34: was ihr hier habt ja wie ihr hier was die Lehrlinges hier lernen also gerade diese Hausproduktion dahinten im Neubau dass sich tatsächlich selber ein Häuschen aufstellen und Gerüst bauen und Fenster einbauen luftdicht abkleben und Das finde ich grandios was ihr vermittelt und dass es eben jetzt den Tilo gibt Schiene und also eben gerade der Nachhaltigkeit jetzt hier auch offensichtlich ein Part gewinnt.

00:52:01: Das finde ich toll, dass ich dabei bin.

00:52:04: Und wir hatten letztes Jahr hier einen tollen Kurs.

00:52:06: Also es gab einen Architekturbüro aus Stuttgart.

00:52:07: Die haben gleich den Betriebsausflug gemacht und waren zu fünf da.

00:52:12: Man merkt eben auch grade bei den Architekten und Architekten das die junge Generation Also vor allem die jungen Generation meint es wirklich ernst.

00:52:19: Die wollen, die haben wirklich erkannt dass das so nicht weitergehen kann mit so viel Beton und so viel Energie.

00:52:26: Ja und das ist...die drei Punkte.

00:52:29: wir kooperieren mit Zimmereien.

00:52:31: also wir haben zum Beispiel jetzt gerade wieder ein Haus nach Frankreich geliefert Das baut eine andere Zimmerei auf.

00:52:38: Wir haben mal vor paar Jahren eine Aufstockung in die Schweiz geliefert.

00:52:41: Wir liefern jetzt im Sommer wieder Strohwände in die schweiz.

00:52:45: Also wir machen uns auch ein bisschen Namen als Systemanbieter, wenn jetzt ein Zimmerer sagt ich habe eigentlich nicht Lust meine ganze Produktion schon auf den Kram umzustellen.

00:52:52: Ich weiß noch gar nicht ob das was für mich ist.

00:52:54: man kann bei uns einfach strohgedämmte Wände bestellen.

00:52:57: so wie im Massivholzwerk muss sich eine Brettsperrholzwand bestellt.

00:53:02: Das geht sehr gut.

00:53:03: Wir haben dann einen guten Spediteur und wir sind da drin, wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht.

00:53:08: es ist auch total nett unter Zimmerern, Zimmerer Unternehmern.

00:53:12: Wir hatten mit den Aachen wahrscheinlich den Auftrag wo wir Wände für ein Einfamilienhaus liefern.

00:53:17: Da machen wir dann zwei drei Videokonferenzen mit dem Zimmerer vor Ort und das ist immer sehr angenehm Hand in Hand und man ist schnell auf einem Level und Kunden sind oft euphorisch, wenn sie jemanden finden der ihnen das baut was sie haben wollen.

00:53:32: Also auch das ist eine tolle Sache dass sich das über die Kunden so weiter trägt und benutzen jede Gelegenheit um den Strohbau quasi zu zeigen und darüber zu sprechen und junge Architektinnen und Architekten zu erreichen und wollen einfach da weitermachen weil wir das Gefühl haben dann machen wir wirklich etwas Gutes.

00:53:58: Also ein Haufen gute Gründe, sich mit dem Thema Bauen mit Schrott zu beschäftigen.

00:54:01: Genau!

00:54:02: Markus ich sage an der Stelle Dankeschön für dein Besuch.

00:54:06: hört wieder rein beim Richtfest verpasst keine Folge sendet uns eine Nachricht an die E-Mail unten in den Show Notes und folgt uns in den sozialen Medien.

00:54:14: dankeschön

00:54:15: ja ich danke dir auch tschüss.

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